„Ich folge meinem Herzen und das ist sehr einfach“
„Nichts auf der Welt geht jemals verloren“
Am 30. April 2009 vormittags wurde in Regensburg ein 24-jähriger Student von 12 Geschossen aus Polizeipistolen getötet. Vater, Bruder, Angehörige und Freunde des getöteten Tennessee Eisenberg sind fassungslos, entsetzt, schockiert und betroffen. Sie verstehen nicht, warum ihr Sohn, Bruder und Freund sterben musste. Sie wollen die Wahrheit über den Hergang des Dramas wissen und nicht mit Plattitüden und Informationsbrocken abgespeist werden.
Mitteilung
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Verwandte,
liebe Angehörige,
wir möchten Ihnen allen von Herzen danken für Ihre bisherige menschliche Anteilnahme und Ihre Spenden. Nur durch Ihre finanzielle Unterstützung war es uns möglich, die Aufklärungsarbeit durch unsere Anwälte und den Gerichtsmediziner voranzutreiben.
Am Montag, den 21.12.2009 hat die Staatsanwaltschaft Regensburg das Ermittlungsverfahren gegen die zwei Polizisten eingestellt, die auf Tennessee die zwölf Schüsse abgegeben hatten.
Diese Entscheidung hat nicht nur bei den Angehörigen Entsetzen ausgelöst. Viele Bürger, ein großer Teil der Öffentlichkeit und die überregionale Presse haben u.a. die Sorge zum Ausdruck gebracht, dass mit dieser Entscheidung der Rechtsfriede gefährdet sein könnte (s. TAZ vom 21.12.09). Die Presseerklärung der Staatsanwaltschaft klammert entscheidende Ergebnisse der Tatrekonstruktion und die Ergebnisse unseres Gutachters aus. Die Presse spricht im gegebenen Zusammenhang sinngemäß davon, man könne den Eindruck gewinnen, ein Script für einen Horrorfilm vor sich zu haben (s. SZ vom 21.12.09).
Aus der schleppenden Art und Weise, mit der der Tod Tennessees von Polizei und Staatsanwaltschaft bearbeitet wurde und auf welche Weise die Ermittlungen eingestellt wurden, gewinnen wir den Eindruck, dass sich ermittelnde Behörden möglicherweise selbst entlasten möchten, möglicherweise auch politisch motivierte Vorgaben eine Rolle spielen könnten.
Wir haben von vielen Seiten Zuspruch erfahren, die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Regensburg nicht auf sich beruhen zu lassen und die Aufklärung um Tennessees Tod weiter voranzutreiben. Deshalb streben wir ein Klageerzwingungsverfahren an.
Zudem geht es darum, das nachhaltig gestörte Vertrauen in unseren Rechtsstaat wieder aufzubauen, und dass diese Art des polizeilichen Vorgehens in Zukunft ausgeschlossen werden kann.
Wir bitten Sie daher unsere Aufklärungsarbeit auch weiterhin ideell und finanziell durch Spendengelder zu unterstützen.
Wir wünschen Ihnen und uns allen ein gesundes, friedvolles und erfolgreiches neues Jahr.
Mit herzlichen Grüßen,
Familie Eisenberg
und Freunde
Regensburg, den 05.01.2010
Weitere Mitteilungen in eigener Sache:
Mitteilung vom 09.11.2009
Dankesnachricht vom 17.09.2009
Dankesnachricht vom 09.06.2009