„Ich folge meinem Herzen und das ist sehr einfach“
„Nichts auf der Welt geht jemals verloren“
Am 30. April 2009 vormittags wurde in Regensburg ein 24-jähriger Student von 12 Geschossen aus Polizeipistolen getötet. Vater, Bruder, Angehörige und Freunde des getöteten Tennessee Eisenberg sind fassungslos, entsetzt, schockiert und betroffen. Sie verstehen nicht, warum ihr Sohn, Bruder und Freund sterben musste. Sie wollen die Wahrheit über den Hergang des Dramas wissen und nicht mit Plattitüden und Informationsbrocken abgespeist werden.
Mitteilung
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Verwandte,
liebe Angehörige,
seit dem Tod von Tennessee Eisenberg ist nunmehr ein halbes Jahr vergangen.
Mit tiefem Erschüttern haben wir am 20.10.09 die Stellungnahme des BLKA zu dem von uns in Auftrag gegebenen Privatgutachten empfangen.
Damit das BLKA seine Untersuchungen vor Ort durchführen kann, muss es von den ermittelnden Behörden, in diesem Fall die Kripo Amberg und die Staatsanwaltschaft Regensburg, den Auftrag hierfür erteilt bekommen. In diesem Auftragsschreiben vom 30.04.2009 sind die Anknüpfungspunkte festgelegt, auf die sich das BLKA in seinen Untersuchungen stützen muss. In jenem Auftragsschreiben sind die einschlägigen Blutspritzer, welche in einer Höhe von bis zu 1,30 m liegen, nicht erwähnt.
Dennoch findet das BLKA zum jetzigen Zeitpunkt eine Erklärung zu der Herkunft der genannten Blutspritzer.
In der jüngsten Äußerung der Staatsanwaltschaft versucht Herr Ruckdäschl die Chronologie des Falles aufzuzeigen. Er beginnt jedoch erst im Juni bzw. Juli damit und unterschlägt die gesamten ersten drei Monate. Auch spricht er nur die von Seiten unserer Familie zu vertretenen Termine an.
Wir bedauern es, falls die Intention verfolgt wird, uns die Verantwortung über den gesamten Verlauf der Ermittlungen anzutragen.
Auch relativiert die Staatsanwaltschaft die anfänglichen und viel zu voreilig getroffenen Äußerungen der Notwehrthese. Personen aus dem öffentlichen Leben hatten diese bereits mehrmals kritisiert.
Das Vertrauen unserer Familie in die bayerischen Ermittlungsbehörden ist leider nachhaltig gestört worden. Wir glauben, dass ohne das Privatgutachten wichtige Beweise für immer unbeachtet geblieben wären. Eine evtl. dritte Stellungnahme eines neutralen Gutachters muss unserer Meinung nach außerhalb von Bayern eingeholt werden.
Darüber hinaus sind wir der Meinung, dass die Bewertung von Beweisen allein einem Gericht vorenthalten ist und nicht Aufgabe der ermittelnden Behörden.
Näheres zu dem jüngsten Pressegang über unsere Anwälte entnehmen Sie bitte der Presseerklärung vom 29.10.2009.
Wir freuen uns, dass eine Bürgerinitiative in Regensburg, genannt, Zwölf Kugeln, Zwölf Fragen eine friedliche Demonstration für
Samstag, den 14.11.2009
15 Uhr
am Domplatz
mit der Forderung:
Verfahren in neutrale Hand!
Aufklärung durch einen Richter
angemeldet hat.
Wir befürworten diese Demonstration sehr und möchten uns an dieser Stelle herzlich für diesen Schritt bedanken. Wir begrüßen, dass diese Demonstration nicht von Polizeihetz - Parolen geleitet ist, sondern ein eindeutiges und sachliches, sowie friedliches Zeichen setzt. Die Bürgerinitiative von 12Kugeln.de wurde von Regensburger Unternehmern und anderen engagierten Bürgern, sowie Studenten ins Leben gerufen und bisher getragen.
Wir hoffen, dass viele Menschen sich hinter die Forderung nach einen funktionierenden Rechtsstaat stellen und kommenden Samstag diese friedliche Demonstration unterstützen.
Mit herzlichen Grüßen,
Familie Eisenberg
Regensburg, den 09.11.2009
Weitere Mitteilungen in eigener Sache:
Mitteilung vom 05.01.2010
Dankesnachricht vom 17.09.2009
Dankesnachricht vom 09.06.2009